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Supervision
in Hessen

Mit meinem Sitz in Wiesbaden bin ich in Hessen zu Hause. Ich begleite Einrichtungen im gesamten Bundesland – und weiß, dass die Realitäten unterschiedlich sind: In Frankfurt und Offenbach prägen kulturelle Vielfalt und urbane Dynamik den Alltag. Im Vogelsberg oder Waldeck-Frankenberg stehen andere Fragen im Vordergrund. Was alle verbindet: der Wunsch nach guter pädagogischer Arbeit – und der Bedarf an Räumen für Reflexion und Entlastung.

Ich begleite Einrichtungen vor Ort – nicht mit Patentrezepten, sondern mit Blick für den Alltag.

Bei Ihnen vor Ort in Hessen

Der BEP: Hessens fachlicher Stolz – und tägliche Zerreißprobe

Wenn aus Qualität Überforderung wird
Der Bildungs- und Erziehungsplan ist ohne Frage eine der besten fachlichen Grundlagen, die Deutschland zu bieten hat. Ko-Konstruktion, Bildungspartnerschaft, Partizipation der Kinder – das ist moderne, respektvolle Pädagogik. Aber: Der BEP wurde für Idealbesetzung geschrieben, nicht für den Alltag mit kranken Kolleg:innen, Quereinsteiger:innen ohne Vorerfahrung und 25 Kindern in der Gruppe.

Was ich in Supervisionen höre:

  • "Wir sollen Lerngeschichten schreiben, Portfolios führen, Ko-Konstruktion leben – und haben gleichzeitig kaum Zeit, in Ruhe zu wickeln."

  • "Der BEP ist toll – aber wir fühlen uns permanent schuldig, weil wir ihm nicht gerecht werden."

  • "Unsere Leitung verlangt BEP-Qualität, aber wir haben 30% Krankheitsquote und keine Vertretung."

Der BEP ist kein Problem – aber die Lücke zwischen Anspruch und Ressourcen ist es. Und genau da setzt Supervision an: Wie gehen wir mit dieser Lücke um, ohne zynisch zu werden oder auszubrennen?

27.000 fehlende Fachkräfte bis 2030 – Das ist nicht nur eine Zahl

Wenn Personalknappheit zum Dauerzustand wird
Hessen fehlen aktuell etwa 9.000 pädagogische Fachkräfte. Bis 2030 werden es laut Prognosen 27.000 sein. Das ist keine vorübergehende Krise – das ist eine strukturelle Katastrophe für die pädagogische Arbeit.

Was das für Teams bedeutet:

  • Dauerhaft unterbesetzt arbeiten – nicht mehr die Ausnahme, sondern die Regel

  • Keine Vor- und Nachbereitungszeit – pädagogische Planung findet kaum noch statt

  • Quereinsteiger:innen einarbeiten – parallel zum normalen Betrieb, ohne Freistellung

  • Kolleg:innen kündigen – wegen Überlastung, besserer Bezahlung in anderen Branchen oder Umzug

  • Ständig neue Gesichter – hohe Fluktuation macht Teamarbeit schwer


In der Supervision geht es dann oft nicht mehr um pädagogische Konzepte, sondern um: Wie bleiben wir handlungsfähig? Wo sind unsere Grenzen? Und wie sagen wir Nein, ohne uns schuldig zu fühlen?

Rhein-Main vs. ländlicher Raum: Zwei verschiedene Welten

Frankfurt ist nicht der Vogelsberg
Hessen ist extrem heterogen – und die Unterschiede zwischen Regionen könnten kaum größer sein:

 

Frankfurt, Offenbach, Wiesbaden, Darmstadt:

  • Internationale Kita-Landschaft, hohe kulturelle Vielfalt

  • Hohe Lebenshaltungskosten, Personal schwer zu halten trotz guter Bezahlung

  • Soziale Brennpunkte mit hoher Fallkomplexität

  • Viele Träger, viel Vernetzung, aber auch viel Konkurrenz

  • Schwerpunkt-Kitas mit extremen Herausforderungen (Armut, Migration, beengte Wohnverhältnisse)


Vogelsberg, Rhön, Odenwald, Werra-Meißner-Kreis:

  • Kleine Einrichtungen, oft Dorfkitas mit langer Tradition

  • Fachkräftemangel noch dramatischer, weite Wege zu Fortbildungen

  • Weniger Vernetzung, weniger Zugang zu Fachberatung

  • Konflikte schwelen länger, weil "alle sich kennen"

  • Träger oft mit weniger Budgets und Möglichkeiten


Meine Supervision ist jeweils anders – weil eine Schwerpunkt-Kita in Frankfurt-Gallus andere Themen hat als eine Dorfkita im Odenwald.

Vorlaufkurse: 18.000 Kinder – und wer macht's?

Sprachförderung als Mammutaufgabe
Fast ein Drittel der einzuschulenden Kinder in Hessen besucht verpflichtende Vorlaufkurse – das sind etwa 18.000 Kinder.  
Grundschulen und Kitas sollen dabei eng zusammenarbeiten. Klingt gut, bedeutet aber:

  • Zusätzliche Abstimmung mit Grundschulen – die oft andere Strukturen und Taktungen haben

  • Sprachförderung als Daueraufgabe – in Gruppen mit 15-18 verschiedenen Herkunftssprachen

  • Elternarbeit trotz Sprachbarrieren – ohne Dolmetscher:innen oder nur mit Übersetzungs-Apps

Dokumentation des Sprachstands – zusätzlich zu allem anderen
Hessen ist das Flächenland mit der höchsten Migrationsquote. Das ist eine Bereicherung – aber auch eine zusätzliche Belastung für Teams, die kaum entlastet werden.

In der Supervision schauen wir:

  • Was ist realistisch leistbar?

  • Wo braucht es klare Absprachen mit Grundschulen?

  • Wie gehen wir mit Überforderung um, wenn die Anforderungen nicht zu schaffen sind?

Die Schwerpunkt-Kita-Pauschale: Geld für die, die es am schwersten haben

Mehr Mittel – aber auch mehr Belastung
Kitas mit einem hohen Anteil von Kindern aus einkommensschwachen oder nicht-deutschsprachigen Familien erhalten die Schwerpunkt-Kita-Pauschale. Das ist politisch richtig – aber in der Praxis oft eine Gratwanderung:

Was Schwerpunkt-Kitas auszeichnet:

  • Hohe Fallkomplexität: Armut, Flucht, Trauma, Gewalt, psychische Belastung der Eltern

  • Intensive Elternarbeit, oft über Sprachbarrieren hinweg

  • Vernetzung mit Jugendamt, Sozialamt, Beratungsstellen, Schulen

  • Teams, die fachlich viel leisten – und emotional oft am Limit sind

Typische Supervisions-Themen in Schwerpunkt-Kitas:

  • Wie gehen wir mit der Wucht mancher Schicksale um, ohne abzustumpfen?

  • Wo ist unsere Verantwortung – und wo nicht?

  • Wie schaffen wir Abgrenzung, ohne zynisch zu werden?

  • Wie bleiben wir als Team solidarisch, wenn die Belastung unterschiedlich verteilt ist?

Meine Supervisions-Angebote – konkret für Hessen

Team-Supervision: Wenn der Alltag keinen Raum für Reflexion lässt

In Hessen erlebe ich oft Teams, die funktionieren müssen – und dabei vergessen, dass sie auch reflektieren dürften. Team-Supervision schafft genau diesen Raum.

Typische Anlässe:

„Unser Team hält den Laden am Laufen – aber wir reden nicht mehr miteinander, nur noch über Dienstpläne."
→ Reflexion von Teamdynamik, Wertschätzung füreinander, Raum für das, was unter der Oberfläche liegt

„Wir haben verschiedene Vorstellungen davon, was ‚gute Pädagogik' ist – das sorgt für Dauerspannung."
→ Klärung von pädagogischen Haltungen, Umgang mit Unterschieden im Team

„Neu eingestellte Quereinsteiger:innen werden von ‚alten Hasen' kritisch beäugt."
→ Integration neuer Kolleg:innen, Anerkennung unterschiedlicher Kompetenzen

 

„Wir arbeiten in einer Schwerpunkt-Kita – die Fälle gehen uns nah, aber wir haben keinen Raum, darüber zu sprechen."
→ Emotionale Entlastung, professionelle Abgrenzung, gegenseitige Unterstützung

Fall-Supervision: Wenn Fälle komplex sind und unter die Haut gehen

Gerade in Hessen mit seiner hohen kulturellen Vielfalt, den sozialen Brennpunkten in Ballungszentren und den oft unzureichenden Unterstützungsstrukturen sind Fall-Supervisionen unverzichtbar.

Beispiele aus meiner Praxis:

  • Kind mit Verdacht auf Kindeswohlgefährdung – wie gehen wir vor, wie arbeiten wir mit dem Jugendamt?

  • Familie mit Fluchtgeschichte – Trauma, Sprachbarrieren, unklare Aufenthaltssituation

  • Eltern, die pädagogische Ansätze (BEP, Partizipation) ablehnen oder nicht verstehen

  • Kind mit herausforderndem Verhalten, das Gruppe und Team an Grenzen bringt

Was Fall-Supervision leistet:

  • Fachliche Analyse des Falls mit professionellem Abstand

  • Klärung von Rollen und Verantwortlichkeiten (wer macht was?)

  • Reflexion eigener Gefühle und Übertragungen

  • Entwicklung konkreter Handlungsschritte

Leitungs-Coaching: Führen unter Druck

Kita-Leitungen in Hessen stehen unter enormem Druck:​

  • Personalgewinnung in Zeiten extremen Fachkräftemangels

  • Umsetzung des BEP mit unzureichenden Ressourcen

  • Kommunikation nach allen Seiten: Träger, Team, Eltern, Jugendamt

  • Spagat zwischen pädagogischem Anspruch und dem, was realistisch ist

 

Im Leitungs-Coaching geht es um:

  • Reflexion der eigenen Führungsrolle

  • Umgang mit widersprüchlichen Erwartungen

  • Entwicklung von Strategien für Personalbindung und -gewinnung

  • Selbstfürsorge und Abgrenzung

Wo ich in Hessen tätig bin

Rhein-Main: Frankfurt, Wiesbaden, Mainz, Offenbach, Darmstadt, Rüsselsheim, Groß-Gerau
Mittelhessen: Gießen, Marburg, Wetzlar, Limburg, Wetteraukreis
Nordhessen: Kassel, Fulda, Bad Hersfeld, Werra-Meißner-Kreis
Südhessen: Odenwald, Bergstraße, Kreis Darmstadt-Dieburg

Warum Einrichtungen in Hessen mit mir arbeiten

✓ Ich kenne die Realitäten vor Ort
Ich verstehe den BEP – und die Lücke zwischen Anspruch und Alltag. Ich weiß, was Schwerpunkt-Kitas leisten. Ich kenne den Fachkräftemangel nicht nur aus Statistiken.

✓ Ich bin nah dran – geografisch und fachlich
Wiesbaden ist mein Standort. Ich bin in ganz Hessen unterwegs, kenne die regionalen Unterschiede und kann kurzfristig vor Ort sein.

✓ Ich arbeite mit dem, was ist – nicht mit dem, was sein sollte
Supervision bedeutet nicht, noch mehr Ansprüche zu formulieren. Supervision bedeutet: Was ist unter diesen Bedingungen möglich? Wo braucht es Abgrenzung? Wo sind Ressourcen?

✓ Vertraulichkeit ist selbstverständlich
Was im Supervisionsraum besprochen wird, bleibt dort. Ich bin nicht Teil der Hierarchie, ich arbeite für Ihr Team.

Was Teams aus Hessen sagen

„Endlich mal jemand, der nicht sagt: ‚Ihr müsst halt besser nach BEP arbeiten' – sondern der versteht, dass wir das WOLLEN, aber nicht können."
– Kita-Leitung, Darmstadt

„Die Supervision hat uns geholfen, als Team wieder zusammenzufinden. Wir waren nur noch im Krisenmodus – jetzt reden wir wieder miteinander."
– Team einer Schwerpunkt-Kita, Frankfurt

„Ich als Leitung fühlte mich zwischen Träger und Team zerrieben. Das Coaching hat mir geholfen, wieder handlungsfähig zu werden."
– Einrichtungsleitung, Kassel

Supervision ist kein Reparaturbetrieb

...aber ein Raum zum Durchatmen

Ich kann den Fachkräftemangel nicht lösen. Ich kann nicht dafür sorgen, dass der BEP plötzlich mit weniger Aufwand umsetzbar ist. Ich kann nicht die Gehälter erhöhen oder die Mieten in Frankfurt senken.

Was ich kann:

  • Einen Raum schaffen, in dem ehrlich ausgesprochen werden darf, was schwierig ist

  • Teams dabei unterstützen, trotz widriger Bedingungen handlungsfähig zu bleiben

  • Konflikte bearbeiten, bevor sie chronisch werden

  • Leitungen stärken, die zwischen allen Stühlen sitzen

  • Fälle gemeinsam verstehen, die alleine zu viel wären

  • Helfen, Prioritäten zu setzen – und Nein zu sagen, ohne sich schuldig zu fühlen

Supervision heißt: Nicht mehr schaffen müssen, sondern reflektieren dürfen.

Häufige Fragen – ehrlich beantwortet

Was kostet eine Supervision und wer zahlt?

Das hängt vom Format ab (Einzel, Team, Dauer). Viele Träger haben Budgets für Supervision, manche nutzen Mittel aus der Schwerpunkt-Kita-Pauschale. Ich erstelle Ihnen ein transparentes Angebot – sprechen Sie dann mit Ihrem Träger. In meiner Erfahrung sind die meisten Träger offen dafür, wenn Teams konkret formulieren, was sie brauchen.​

Wie oft sollte Supervision stattfinden?

Das entscheiden Sie. Üblich sind 4-6 Wochen Abstand bei Team-Supervision, bei akuten Krisen auch enger. Wichtig ist: Supervision braucht Regelmäßigkeit, um zu wirken. Einmal im Jahr reicht nicht – aber monatlich muss es auch nicht sein.

Was, wenn nicht alle im Team dabei sein wollen?

Das kommt vor. Manche sind skeptisch, manche haben schlechte Erfahrungen gemacht. Wichtig ist: Niemand wird gezwungen, aber alle sollten die Chance bekommen mitzukommen. Oft löst sich Skepsis nach den ersten Terminen. Wenn jemand dauerhaft nicht teilnimmt, muss man schauen: Ist das okay für den Teamprozess – oder ist es ein Problem?

 

Können wir auch online Supervision machen?

Ja. Online-Supervision funktioniert erstaunlich gut, gerade für Einzelsupervision oder wenn räumlich keine Möglichkeit besteht. Für Team-Prozesse ist Präsenz aber meist besser – da passiert viel über Körpersprache und Raum.

Was ist mit der Schweigepflicht?

Absolut. Was in der Supervision besprochen wird, bleibt dort. Ich bin nicht Teil Ihrer Hierarchie, ich bin nicht verlängerter Arm des Trägers. Vertrauen ist die Grundlage – ohne geht es nicht.

 

Was ist, wenn unser Träger sagt "Ihr müsst einfach besser arbeiten"?

Dann ist das genau ein Thema für die Supervision: Wie gehen wir mit unrealistischen Erwartungen um? Wie kommunizieren wir unsere Grenzen? Was ist fachlich vertretbar – und was nicht? Supervision stärkt Teams darin, ihre Position klar zu benennen.

Ist Supervision nur etwas für Teams in der Krise?

Nein. Supervision ist auch präventiv sinnvoll – bevor Konflikte eskalieren, bevor Kolleg:innen ausbrennen, bevor Probleme chronisch werden. Manche Teams nutzen Supervision als regelmäßige Reflexionsmöglichkeit – und genau das ist oft der beste Zeitpunkt.

Von der Frankfurter Nordstadt bis zur Dorfkita im Odenwald

Jede Einrichtung in Hessen ist anders:

  • Die Schwerpunkt-Kita in Frankfurt-Gallus mit 18 Nationalitäten, wo Sozialarbeiter:innen, Erzieher:innen und Familienhelfer:innen zusammenarbeiten müssen – und oft nicht wissen wie.

  • Die kleine Dorfkita im Vogelsberg, wo drei Kolleginnen seit 20 Jahren zusammenarbeiten, jede jeden Handgriff kennt – aber nie gelernt haben, Konflikte offen anzusprechen.

  • Die große Kita in Darmstadt mit engagiertem Team, das den BEP ernst nimmt – und langsam verzweifelt, weil die Ansprüche nicht zu erfüllen sind.

  • Die Jugendhilfeeinrichtung in Kassel mit hoher Fluktuation, wo ständig neue Kolleg:innen kommen und das Team nie zur Ruhe findet.

Supervision sieht überall anders aus – weil die Kontexte unterschiedlich sind.

Ein letztes Wort zu Hessen

Hessen ist ein widersprüchliches Bundesland für pädagogische Fachkräfte: Fachlich ambitioniert, politisch gut gemeint – und strukturell am Limit. Der BEP ist hervorragend, aber unerreichbar für viele. Die Schwerpunkt-Kita-Pauschale ist richtig, aber kein Allheilmittel. Die Vorlaufkurse sind sinnvoll, aber personalintensiv.

 

Ich arbeite gerne in Hessen – weil ich hier Teams treffe, die trotzdem weitermachen. Die fachlich reflektiert arbeiten, obwohl kaum Zeit dafür ist. Die Kinder im Blick behalten, auch wenn das System sie im Stich lässt. Die sich fortbilden, obwohl es niemand honoriert. Die Eltern respektvoll begegnen, auch wenn die Sprachbarrieren hoch sind.

Diese Haltung verdient Unterstützung. Und genau da setzt meine Arbeit an.

Weiterführende Informationen

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